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Im Moment lese ich:
"Feuer am Himmel"
von: Jo Clayton
Es handelt sich hier um den ersten Teil dder Schattenlied-Trilogy, die
laut Klappentext zur Gattung "Science Fantasy" gehört.
Zum Inhalt kann ich Euch noch nicht allzuviel sagen, denn ich habe es
erst bis zur Seite 55 geschafft. Das Buch zu lesen ist
äußerst anstrengend, da Jo Clayton ihren Leser mit einer
Unmenge sebst erdachter Namen, Bezeicnungen und Konzepte
überschüttet, ohne ihm den Luxus eines Glossras zu
gönnen. Auch eine kurze Erklärung im Rahmen der Handlung ist
nur selten zu finden. Sehr schade!
Bis ich mehr dazu sagen kann, "mopse" ich mal die bei amazon.de zu
findende Inhaltsnaagabe, die zumindest ein wenig mehr Einblick
verschafft, als die allzukurze Kurzbeschreibung auf der
Buchrückseite:
"Die jahrtausendealte Shadith reist mit Aslan, der weisen Gelehrten der
Universität von Yarak, zum Planeten Beluchad, um die dortigen Rassen zu
erforschen. Dort leben Denchok, Fior, Keteng und die fliegenden
Tentakelquallen namens Eolt, die mit den Ard, das sind Zitherspieler,
eine telephatische Symbiose eingegangen sind und so etwas wie die
geistige Führungsriege des Planeten abgeben. Unglücklicherweise sind in
diesen Tagen auch die Chandavasi auf Beluchad gelandet. Das sind
bösartige Wolfswesen, die nicht nur die Bergminen des Planeten
ausbeuten, sondern auch die Ureinwohner versklaven und hemmungslos
abschlachten.
Wir erleben nun rücksichtslose Invasoren, die die
vielschichtige Kultur der Ureinwohner nicht zu schätzen wissen,
woraufhin diese gegen die neue Herrscherriege aufbegehren. Doch
vereinzelt wechseln Protagonisten aus den eigenen Reihen die Fronten,
was zu neuerlichen Konflikten führt. Mittendrin tummeln sich die
Gelehrten von Yarak und bemühen sich um Schadensbegrenzung. Als ihnen
das nicht gelingen will, stehen sie den Beluchari-Völkern beim Aufstand
gegen die Invasoren bei. Als Heldin erweist sich Shadit, die selbst eine
Meisterin der Zither ist und von den Eingeborenen "Shadowsong" genannt
wird. Werden sie die Chandavasi vertreiben können?
Das
Grundthema von "Feuer am Himmel" ist altbekannt - es ist eine
abgewandelte Nacherzählung der Eroberung Amerikas durch die Europäer.
davor
las ich:
"Ich bin Legende"
von: Richard Matheson
Nein, ich hätte von mir nicht erwartet, dass ich ausgerechnet
in
der Zeit der Bella-und-Edward-Hysterie zu
einem Buch über Vampire
greifen. Aber selbst ich kann mich mal überraschen ...
Also - es geht hier um Vampire. Dieser Roman stammt jedoch aus dem Jahr
1954. Durch seine letzte Verfilmung mit Will Smith - ich habe
sie
bis jetzt noch nicht gesehen - ist er also wieder aus den verstaubten
Bücherregalen aufgetaucht ...
Nein, und eigentlich geht es nicht um Vampire. Es geht um Robert
Neville, den letzten überlebenden Menschen.
(und jetzt "klaue" ich mal ganz unverschömt bei textico.de,
weil ich es besser acuh nicht schreiben könnte)
"Robert Neville ist ein Rationalist, der keine
übernatürliche Erklärung
für die Existenz der zerlumpten Vampire, die ihn jede Nacht
plagen,
zulassen will. Mit seiner wissenschaftlichen Herangehensweise verbucht
er durchaus Erfolge und kann auch die Sympathien der Leser gewinnen.
Umso ernüchternder ist die Art, wie der Rationalismus in
Mathesons
Roman an seine Grenzen stößt - nicht an den
äußeren Rändern des
unerklärlichen, sondern im menschlichen Innern. Nevilles
Vernunft wird
zum rationalisierten Mordwerk. Wenn ihm am Ende dieses Romans der
Spiegel vorgehalten wird, handelt es sich um eine der kraftvollsten,
erhellendsten und herzzerreißendsten Szenen der Literatur des
20.
Jahrhunderts. Ich bin Legende ist die Art von
Roman, die auf
knapp zweihundert Seiten mehr vermittelt als so manche philosophische
Abhandlung des doppelten Umfangs. Und - worin das eigentliche
Kunststück besteht - ohne jegliche Anstrengung. Das schwerste
an diesem
Buch ist der tiefe, lange Atemzug, mit dem man es am Ende
zuschlägt und
seiner Berührung nachspürt. --Jakob Schmidt
"

"Die Gerechten" von: Sam Bourne
Auch hier handelte es sich um ein Buch, das ich auf eine Empfehlung hin
las.
Es handelt sich - wie so oft unter dem aktuellen Bestsellern - um einen
Thriller, um Morde, um eine Verschwörung und um das drohende
Ende
der Welt. Gewürzt wird diese Mischung nach dem seit Dan Brown
erfolgversprechenden Rezept mit einer gehörigen Prise Religion
-
diesmal aus der jüdischen Kabbala. Der Showdown ... hmmm,
ziemlich
konstruiert und aufgesetzt. Aber OK, diese schriftstellerische Freiheit
hat sich Agatha Christie auch gern herausgenommen.
Versteht mich nicht falsch: das Buch liest sich gut und
flüssig,
es ist spannend und man bekommt sicher nur als routinierter
Thriller-Konsument schnell heraus, wer auf welcher Seite steht und
welche Motive letztendlich hinter den Morden stecken.
Trotz allem kann ich mich dem mit einem dicken roten Aufkleber auf dem
Cover prangenden Brigitte-Urteil "Besser als Dan Brown" nicht
anschließen.
"Die Gerechten" sind geschickt getarnte Trittbrettfahrer.
"Zeitschaft"
von: Gregory Benford
... schon wieder geht es um Zeit und Zeitreisen!
Und Gregory Benford - seines Zeichens selbst Physiker - nimmt
"Science-Fiction" beim Wort: im Buch findet sich keine
reißerische Action (jedenfalls bis Seite 196 von 570 noch
nicht),
sondern die relativ nüchterne und wirklichkeitsgetreue Fiktion
über Wissenschaft und Wissenschaftler.
Diese versuchen, im Jahr 1998 den der Welt drohenden
ökologischen
Zusammenbruch zu verhindern, in dem sie mit Tachyonen (theoretisch
existierende Teilchen, die
sich schneller als das Licht und damit in der Zeit
rückwärts
bewegen können) im Morsecode eine Botschaft an jene Stelle
schießen, wo sich die Erde im Weltraum vor 35 Jahren befand.
Das Buch ist
beklemmend aktuell, die Story verhalten und still. Man muss
sich Zeit nehmen hierfür und das Buch vielleicht sogar zweimal
lesen. Benford versteckt viele wichtige Aussagen in Bildern, die sich
vielleicht nicht im ersten Anlauf erschließen. Eine
empfehlung
für alle, die sich die Zeit dafür nehmen und den
Tachyonen
nachspüren wollen!
"Briefe
in die chinesische
Vergangenheit"
von: Herbert Rosendorfer
"Ein
chinesischer Mandarin aus dem 10. Jahrhundert gelangt mittels
Zeitmaschine in das heutige München und sieht sich mit dem
völlig anderen Leben der "Ba Yan" und ihren kulturellen und
technischen Errungenschaften konfrontiert. Die grotesken Erlebnisse und
witzigen Kommentare des der deutschen Sprache und modernen Lebensweise
zunächst unkundigen Chinesen ergeben eine
vergnügliche
Lektüre, "das komischste Min-chen-Buch des Jahres", wie Rolf
Seeliger in der 'tz' schrieb."
So weit der Klappentext...
Es macht Spaß und nachdenklich, sich hier einmal selbst in
der Rolle des Exoten oder "Barbaren" zu sehen; staunend, schmunzelnd
oder kopfschüttelnd nachzuvollziehen, wie fremd unser Leben,
unsere Kultur und das, was wir "zivilisiert" nennen, auf Fremde wirken
können. Auch wenn das Buch in den 80gern entstanden und damit
seine Aktualität leicht angestaubt ist ... Die Zukunft ist ein
Abgrund!
zur Zeit meine
Lieblingsbücher:
"Die Lügen des
Locke Lamora"
von: Scott Lynch
Tja - was soll ich sagen? In Fantasy-Rollenspielen greife ich ab und zu
gern mal auf einen Dieb als Spielfigur zurück. In
Büchern
lese ich nicht unbedingt so gern über ihre Machenschaften.
Trotzdem habe ich mich auf Anraten einer guten Bekannten mal an diesen
über 800 Seiten langen Schmöker heran gewagt.
Das Buch ist keine schnelle Lektüre für eine Nacht.
Scott
Lynch baut eine einzigartige (Ok - jede Fantasy-Welt ist einzigartig
...) Welt auf: eine Stadt voller Leben und Intrigen, voller
prachtvoller Tempel und verrufener Kneipen, eine Stadt - gebaut auf den
gläsernen Überresten der längst vergangenen
Zivilisation
der Elder.
Lynchs Sprache ist wortgewaltig. So mächtig, gewaltig, dass
ich
bei den ausgiebigen Beschreibungen eines Kostüms, eines
Gartens
oder einer bis zum Bersten mit leckerem Essen überladenen
Tafel
doch schon das eine oder andere mal weiter geblättert habe, um
nachzusehen, ob die Handlung erst auf der
übernächsten oder
zum Glück schon auf der nächsten Seite weiter geht.
Nö,
zur Handlung sag' ich nicht viel. Das könnt ihr selbst schnell
bei
Amazon nachlesen. Ich komme noch mal zurück auf den
Schreibstil,
der neben den bombastischen Schilderungen auch herrliche Dialoge, von
verschmitzt gewitzt bis drastisch brutal bietet.
...
"So
ein Arzt ist schon eine praktische
Sache", meinte Locke, während er die Aufschläge an
seinem
Rock (der früher Meraggio gehört hatte)
zurechtzupfte. "Aber
ich denke, das nächste Mal berappen wir ein bisschen mehr und
leisten uns die stumme Version."
"Dann
dürfen Sie Ihre Wunden selbst behandeln, mein Lieber,
und
Ihre eigenen Breiumschläge anlegen. Wenn ich mir die Freiheit
erlauben darf, Ihnen einen Rat zu geben, dann schlage ich vor, Sie
schaufeln sich einfach Ihre Gräber, legen sich rein und warten
darauf, dass Sie in einen ruhigeren Zustand übergehen. Und das
wird nicht lange dauern, verlassen Sie sich darauf."
...
"Wenn
diese ganze Scheiße erst zu Ende ist, dann kann ich es
nicht abwarten, ein Wörtchen mit dem Grauen König zu
reden",
flüsterte er. "Ich möchte ihn gern etwas fragen.
Philosophische Fragen. Zum Beispiel: 'Was ist das für ein
Gefühl, wenn man mit einem Strick um die Eier aus dem Fenster
baumelt, du Wichser?'"
"Das
klingt mir eher nach Physik als nach Philosophie ..."
der
"Otherland"-Zyklus
von: Tad Willaims
»Suche
den legendären Berg aus schwarzem Glas, von dem es
heißt, er
reiche bis zu den Sternen, und dort wirst du die Antwort
finden.«
Sie erschien Paul Jonas im Traum. Er kannte sie so gut, ihre
merkwürdige geflügelte Gestalt, ihre traurigen Augen.
Er
kannte diese Frau, die von sich sagte, sie sei ein
»gesprungener
Spiegel«, aber seine Erinnerung an sie, wer sie war, was sie
ihm
bedeutet hatte, war verloren. Und doch war die geheimnisvolle
Nachricht, die sie ihm brachte, seine einzige Hoffnung, dieses
labyrinthische virtuelle Netzwerk, das Otherland hieß, zu
überleben.
»Du wirst das, was du suchst, bei Sonnenuntergang vor Ilions
Mauern finden.«
So sprach die geheimnisvolle schlafende Frau zu Orlando. Aber was
sollte das bedeuten? Und wie sollte ein schwerkranker Junge, der in
einem virtuellen Ägypten voller feindseliger,
blutrünstiger
Götter und mythischer Kreaturen um sein Leben
kämpfte, je
dieses Ziel finden?
Im dritten Band, dem bisher spannendsten, erhält die
Erzählung ein neues Tempo, denn die Zeit wird knapp: Die
Gralsbruderschaft macht sich bereit, den letzten Schritt zu tun -
nämlich einzugehen in das Netzwerk Otherland, um das ewige
Leben
zu gewinnen. Die Rätsel um Paul Jonas werden
gelüftet, und
Renie und ihre Freunde sehen sich mit dem schrecklichsten Geheimnis von
Otherland konfrontiert, das immer nur schaudernd »Der
Andere« genannt wird ...
Ganz
kurzer Kommentar von mir: Lesen und sich fesseln lassen!
"Der
Schwarm"
von: Frank Schätzing

"Das
Meer... Wo war das Meer? Johanson stutzte und blieb stehen. Wo eben
noch Brandungswellen gegen den Strand geschlagen waren, breitete sich
eine schlammige Ebene aus, durchsetzt mit flachen Felsen. Keine Ebbe
konnte das in derart kurzer Zeit bewirkt haben. Das Wasser war hunderte
von Metern zurückgewichen. Ein Geräusch drang an
seine Ohren, schwoll
an, wurde lauter. Zuerst dachte er, es sei ein großes
Flugzeug, das
tief über dem Wasser dahinzog und auf die Insel zuhielt. Doch
es klang
nicht wie ein Flugzeug. Eher wie heranrollender Gewitterdonner, nur
viel zu gleichmäßig für Donner, und es
hörte nicht auf... Im selben
Moment sah Johanson, wie sich der Horizont verfinsterte. "Zum
Helikopter!" schrie er. "
"Der Schwarm" war
für mich seit langer Zeit wieder ein Buch, bei dem ich nicht
schon nach den ersten zwanzig Seiten sagen konnte, worum es geht und
wie es endet; auch nicht nach den nächsten zwanzig oder den
folgenden zweihundert... Ein Buch, das ich gern gegen etliche Stunden
wohlverdienten Nachtschlafes eingetauscht habe - besser gesagt: ein
Buch das mich um den Schlaf gebracht hat!
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