Farrendahls Februar Fiasko

Im Moment lese ich:


Buchcover "Feuer am Himmel""Feuer am Himmel" von: Jo Clayton

Es handelt sich hier um den ersten Teil dder Schattenlied-Trilogy, die laut Klappentext zur Gattung "Science Fantasy" gehört.
Zum Inhalt kann ich Euch noch nicht allzuviel sagen, denn ich habe es erst bis zur Seite 55 geschafft. Das Buch zu lesen ist äußerst anstrengend, da Jo Clayton ihren Leser mit einer Unmenge sebst erdachter Namen, Bezeicnungen und Konzepte überschüttet, ohne ihm den Luxus eines Glossras zu gönnen. Auch eine kurze Erklärung im Rahmen der Handlung ist nur selten zu finden. Sehr schade!
Bis ich mehr dazu sagen kann, "mopse" ich mal die bei amazon.de zu findende Inhaltsnaagabe, die zumindest ein wenig mehr Einblick verschafft, als die allzukurze Kurzbeschreibung auf der Buchrückseite:

"Die jahrtausendealte Shadith reist mit Aslan, der weisen Gelehrten der Universität von Yarak, zum Planeten Beluchad, um die dortigen Rassen zu erforschen. Dort leben Denchok, Fior, Keteng und die fliegenden Tentakelquallen namens Eolt, die mit den Ard, das sind Zitherspieler, eine telephatische Symbiose eingegangen sind und so etwas wie die geistige Führungsriege des Planeten abgeben. Unglücklicherweise sind in diesen Tagen auch die Chandavasi auf Beluchad gelandet. Das sind bösartige Wolfswesen, die nicht nur die Bergminen des Planeten ausbeuten, sondern auch die Ureinwohner versklaven und hemmungslos abschlachten.

Wir erleben nun rücksichtslose Invasoren, die die vielschichtige Kultur der Ureinwohner nicht zu schätzen wissen, woraufhin diese gegen die neue Herrscherriege aufbegehren. Doch vereinzelt wechseln Protagonisten aus den eigenen Reihen die Fronten, was zu neuerlichen Konflikten führt. Mittendrin tummeln sich die Gelehrten von Yarak und bemühen sich um Schadensbegrenzung. Als ihnen das nicht gelingen will, stehen sie den Beluchari-Völkern beim Aufstand gegen die Invasoren bei. Als Heldin erweist sich Shadit, die selbst eine Meisterin der Zither ist und von den Eingeborenen "Shadowsong" genannt wird. Werden sie die Chandavasi vertreiben können?

Das Grundthema von "Feuer am Himmel" ist altbekannt - es ist eine abgewandelte Nacherzählung der Eroberung Amerikas durch die Europäer.



davor las ich:


"Ich bin Legende" von: Richard MathesonCover zu "Ich bin Legende"

Nein, ich hätte von mir nicht erwartet, dass ich ausgerechnet in der Zeit der Bella-und-Edward-Hysterie zu einem Buch über Vampire greifen. Aber selbst ich kann mich mal überraschen ...
Also - es geht hier um Vampire. Dieser Roman stammt jedoch aus dem Jahr 1954. Durch seine letzte Verfilmung mit Will Smith - ich habe sie bis jetzt noch nicht gesehen - ist er also wieder aus den verstaubten Bücherregalen aufgetaucht ...
Nein, und eigentlich geht es nicht um Vampire. Es geht um Robert Neville, den letzten überlebenden Menschen.
(und jetzt "klaue" ich mal ganz unverschömt bei textico.de, weil ich es besser acuh nicht schreiben könnte)

"Robert Neville ist ein Rationalist, der keine übernatürliche Erklärung für die Existenz der zerlumpten Vampire, die ihn jede Nacht plagen, zulassen will. Mit seiner wissenschaftlichen Herangehensweise verbucht er durchaus Erfolge und kann auch die Sympathien der Leser gewinnen. Umso ernüchternder ist die Art, wie der Rationalismus in Mathesons Roman an seine Grenzen stößt - nicht an den äußeren Rändern des unerklärlichen, sondern im menschlichen Innern. Nevilles Vernunft wird zum rationalisierten Mordwerk. Wenn ihm am Ende dieses Romans der Spiegel vorgehalten wird, handelt es sich um eine der kraftvollsten, erhellendsten und herzzerreißendsten Szenen der Literatur des 20. Jahrhunderts. Ich bin Legende ist die Art von Roman, die auf knapp zweihundert Seiten mehr vermittelt als so manche philosophische Abhandlung des doppelten Umfangs. Und - worin das eigentliche Kunststück besteht - ohne jegliche Anstrengung. Das schwerste an diesem Buch ist der tiefe, lange Atemzug, mit dem man es am Ende zuschlägt und seiner Berührung nachspürt. --Jakob Schmidt "

"Die Gerechten" von Sam Bourne
"Die Gerechten"
von: Sam Bourne

Auch hier handelte es sich um ein Buch, das ich auf eine Empfehlung hin las.
Es handelt sich - wie so oft unter dem aktuellen Bestsellern - um einen Thriller, um Morde, um eine Verschwörung und um das drohende Ende der Welt. Gewürzt wird diese Mischung nach dem seit Dan Brown erfolgversprechenden Rezept mit einer gehörigen Prise Religion - diesmal aus der jüdischen Kabbala. Der Showdown ... hmmm, ziemlich konstruiert und aufgesetzt. Aber OK, diese schriftstellerische Freiheit hat sich Agatha Christie auch gern herausgenommen.

Versteht mich nicht falsch: das Buch liest sich gut und flüssig, es ist spannend und man bekommt sicher nur als routinierter Thriller-Konsument schnell heraus, wer auf welcher Seite steht und welche Motive letztendlich hinter den Morden stecken.
Trotz allem kann ich mich dem mit einem dicken roten Aufkleber auf dem Cover prangenden Brigitte-Urteil "Besser als Dan Brown" nicht anschließen. "Die Gerechten" sind geschickt getarnte Trittbrettfahrer.


"Zeitschaft"
von: Gregory Benford

... schon wieder geht es um Zeit und Zeitreisen!

Und Gregory Benford - seines Zeichens selbst Physiker -  nimmt "Science-Fiction" beim Wort: im  Buch findet sich keine reißerische Action (jedenfalls bis Seite 196Zeitschaft - Cover von 570 noch nicht), sondern die relativ nüchterne und wirklichkeitsgetreue Fiktion über Wissenschaft und Wissenschaftler.
Diese versuchen, im Jahr 1998 den der Welt drohenden ökologischen Zusammenbruch zu verhindern, in dem sie mit Tachyonen (theoretisch existierende Teilchen, die sich schneller als das Licht und damit in der Zeit rückwärts bewegen können) im Morsecode eine Botschaft an jene Stelle schießen, wo sich die Erde im Weltraum vor 35 Jahren befand.

Das Buch ist beklemmend aktuell, die Story verhalten und still. Man muss sich Zeit nehmen hierfür und das Buch vielleicht sogar zweimal lesen. Benford versteckt viele wichtige Aussagen in Bildern, die sich vielleicht nicht im ersten Anlauf erschließen. Eine empfehlung für alle, die sich die Zeit dafür nehmen und den Tachyonen nachspüren wollen!


"Briefe in die chinesische Vergangenheit"
von: Herbert Rosendorfer

Briefe in die chinesische Vergangenheit"Ein chinesischer Mandarin aus dem 10. Jahrhundert gelangt mittels Zeitmaschine in das heutige München und sieht sich mit dem völlig anderen Leben der "Ba Yan" und ihren kulturellen und technischen Errungenschaften konfrontiert. Die grotesken Erlebnisse und witzigen Kommentare des der deutschen Sprache und modernen Lebensweise zunächst unkundigen Chinesen ergeben eine vergnügliche Lektüre, "das komischste Min-chen-Buch des Jahres", wie Rolf Seeliger in der 'tz' schrieb."

So weit der Klappentext...

Es macht Spaß und nachdenklich, sich hier einmal selbst in der Rolle des Exoten oder "Barbaren" zu sehen; staunend, schmunzelnd oder kopfschüttelnd nachzuvollziehen, wie fremd unser Leben, unsere Kultur und das, was wir "zivilisiert" nennen, auf Fremde wirken können. Auch wenn das Buch in den 80gern entstanden und damit seine Aktualität leicht angestaubt ist ... Die Zukunft ist ein Abgrund!


zur Zeit meine Lieblingsbücher:




Die Lügen des Locke Lamora "Die Lügen des Locke Lamora"
von: Scott Lynch

Tja - was soll ich sagen? In Fantasy-Rollenspielen greife ich ab und zu gern mal auf einen Dieb als Spielfigur zurück. In Büchern lese ich nicht unbedingt so gern über ihre Machenschaften.
Trotzdem habe ich mich auf Anraten einer guten Bekannten mal an diesen über 800 Seiten langen Schmöker heran gewagt.

Das Buch ist keine schnelle Lektüre für eine Nacht. Scott Lynch baut eine einzigartige (Ok - jede Fantasy-Welt ist einzigartig ...) Welt auf: eine Stadt voller Leben und Intrigen, voller prachtvoller Tempel und verrufener Kneipen, eine Stadt - gebaut auf den gläsernen Überresten der längst vergangenen Zivilisation der Elder.
Lynchs Sprache ist wortgewaltig. So mächtig, gewaltig, dass ich bei den ausgiebigen Beschreibungen eines Kostüms, eines Gartens oder einer bis zum Bersten mit leckerem Essen überladenen Tafel doch schon das eine oder andere mal weiter geblättert habe, um nachzusehen, ob die Handlung erst auf der übernächsten oder zum Glück schon auf der nächsten Seite weiter geht. Nö, zur Handlung sag' ich nicht viel. Das könnt ihr selbst schnell bei Amazon nachlesen. Ich komme noch mal zurück auf den Schreibstil, der neben den bombastischen Schilderungen auch herrliche Dialoge, von verschmitzt gewitzt bis drastisch brutal bietet.

...
"So ein Arzt ist schon eine praktische Sache", meinte Locke, während er die Aufschläge an seinem Rock (der früher Meraggio gehört hatte) zurechtzupfte. "Aber ich denke, das nächste Mal berappen wir ein bisschen mehr und leisten uns die stumme Version."
"Dann dürfen Sie Ihre Wunden selbst behandeln, mein Lieber, und Ihre eigenen Breiumschläge anlegen. Wenn ich mir die Freiheit erlauben darf, Ihnen einen Rat zu geben, dann schlage ich vor, Sie schaufeln sich einfach Ihre Gräber, legen sich rein und warten darauf, dass Sie in einen ruhigeren Zustand übergehen. Und das wird nicht lange dauern, verlassen Sie sich darauf."
...
"Wenn diese ganze Scheiße erst zu Ende ist, dann kann ich es nicht abwarten, ein Wörtchen mit dem Grauen König zu reden", flüsterte er. "Ich möchte ihn gern etwas fragen. Philosophische Fragen. Zum Beispiel: 'Was ist das für ein Gefühl, wenn man mit einem Strick um die Eier aus dem Fenster baumelt, du Wichser?'"
"Das klingt mir eher nach Physik als nach Philosophie ..."



der "Otherland"-ZyklusOtherland - Band 3
von: Tad Willaims


»Suche den legendären Berg aus schwarzem Glas, von dem es heißt, er reiche bis zu den Sternen, und dort wirst du die Antwort finden.«
Sie erschien Paul Jonas im Traum. Er kannte sie so gut, ihre merkwürdige geflügelte Gestalt, ihre traurigen Augen. Er kannte diese Frau, die von sich sagte, sie sei ein »gesprungener Spiegel«, aber seine Erinnerung an sie, wer sie war, was sie ihm bedeutet hatte, war verloren. Und doch war die geheimnisvolle Nachricht, die sie ihm brachte, seine einzige Hoffnung, dieses labyrinthische virtuelle Netzwerk, das Otherland hieß, zu überleben.
»Du wirst das, was du suchst, bei Sonnenuntergang vor Ilions Mauern finden.«
So sprach die geheimnisvolle schlafende Frau zu Orlando. Aber was sollte das bedeuten? Und wie sollte ein schwerkranker Junge, der in einem virtuellen Ägypten voller feindseliger, blutrünstiger Götter und mythischer Kreaturen um sein Leben kämpfte, je dieses Ziel finden?
Im dritten Band, dem bisher spannendsten, erhält die Erzählung ein neues Tempo, denn die Zeit wird knapp: Die Gralsbruderschaft macht sich bereit, den letzten Schritt zu tun - nämlich einzugehen in das Netzwerk Otherland, um das ewige Leben zu gewinnen. Die Rätsel um Paul Jonas werden gelüftet, und Renie und ihre Freunde sehen sich mit dem schrecklichsten Geheimnis von Otherland konfrontiert, das immer nur schaudernd »Der Andere« genannt wird ...

Ganz kurzer Kommentar von mir: Lesen und sich fesseln lassen!


"Der Schwarm"
von: Frank Schätzing
Der Schwarm

"Das Meer... Wo war das Meer? Johanson stutzte und blieb stehen. Wo eben noch Brandungswellen gegen den Strand geschlagen waren, breitete sich eine schlammige Ebene aus, durchsetzt mit flachen Felsen. Keine Ebbe konnte das in derart kurzer Zeit bewirkt haben. Das Wasser war hunderte von Metern zurückgewichen. Ein Geräusch drang an seine Ohren, schwoll an, wurde lauter. Zuerst dachte er, es sei ein großes Flugzeug, das tief über dem Wasser dahinzog und auf die Insel zuhielt. Doch es klang nicht wie ein Flugzeug. Eher wie heranrollender Gewitterdonner, nur viel zu gleichmäßig für Donner, und es hörte nicht auf... Im selben Moment sah Johanson, wie sich der Horizont verfinsterte. "Zum Helikopter!" schrie er. "

"Der Schwarm" war für mich seit langer Zeit wieder ein Buch, bei dem ich nicht schon nach den ersten zwanzig Seiten sagen konnte, worum es geht und wie es endet; auch nicht nach den nächsten zwanzig oder den folgenden zweihundert... Ein Buch, das ich gern gegen etliche Stunden wohlverdienten Nachtschlafes eingetauscht habe - besser gesagt: ein Buch das mich um den Schlaf gebracht hat!

www.farrendahl.de